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Steuerstreit trifft ausländische Firmengründer: HR-Neueinträge im H1 2013

Jungunternehmer in der Schweiz lassen sich durch die unsicheren wirtschaftlichen Zeiten zwar nicht entmutigen. Die Zahl der neu in das Schweizer Handelsregister eingetragenen Unternehmen entwickelte sich im ersten Halbjahr 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum solide (+1,4%). Dies zeigt die jüngste Erhebung der auf Online-Firmengründungen spezialisierten STARTUPS.CH. Als Folge des Steuerstreits mit den USA und europäischen Ländern bleiben Firmengründer aus dem Ausland indes aussen vor. Das ist negativ für den Wirtschaftsplatz Schweiz.

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Die Zahl der Neueinträge in das Schweizer Handelsregister stieg im ersten Halbjahr 2013 gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht um 1,4 Prozent auf 20‘303. Im Vergleich zum zweiten Semester 2012 erhöhte sich die Zahl sogar um knapp 5 Prozent. Schweizer Jungunternehmer zeigen sich somit wenig beeindruckt von der nur schleppenden Erholung im Euroland und der damit verbundenen Unsicherheit.
Allerdings wird es ausländischen Firmengründern derzeit schwer gemacht, hierzulande unternehmerisch aktiv zu werden. Dies trifft vor allem jene, die nicht aus den Schweizer Nachbarstaaten kommen wie etwa Engländer, Holländer und Skandinavier. Verfügen sie nicht über einen Schweizer Wohnsitz und können keine Geschäftstätigkeit in der Schweiz vorweisen – was vor der eigentlichen Gründung schwierig ist –, kann kein Kapitaleinzahlungskonto eröffnet werden. Ein solches ist für die Firmengründung aber Voraussetzung. Dies ist eine Folge des Steuerstreits mit den USA und anderen Ländern, denn bei den Banken heisst es deswegen nur noch: „Nein!“. Sie gehen keine Risiken ein oder lassen sich diese mit hohen Gebühren abgelten. Projekte von Ausländern, die nicht aus den Nachbarstaaten kommen, können somit gar nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen starten.

Ruf der Schweiz wird geschädigt

„Das ist ein grosses Problem. Denn die Schweiz schlägt seriösen ausländischen Investoren die Türe zu. Das schädigt den Ruf unseres Landes und den Wirtschaftsplatz Schweiz“, konstatiert Michele Blasucci, CEO STARTUPS.CH. Die Daten zu jenen Unternehmen, die über STARTUPS.CH gegründet worden sind, zeigen ein entsprechendes Bild. Der Anteil der Firmengründer aus dem Ausland fiel im Berichtszeitraum entgegen dem Trend der vergangenen Jahre von 35,1 auf 33,7 Prozent.

In den einzelnen Kantonen entwickelte sich die Zahl der Neueinträge unterschiedlich. Zug zählte ein Minus von 9,1 Prozent. Das ist einerseits auf die Konkurrenz aus dem Kanton Luzern zurückzuführen, dem seit Anfang 2012 steuergünstigsten Unternehmensdomizil in der Schweiz. Andererseits liegt dies wiederum an den erschwerten Bedingungen für ausländische Firmengründer. Sie werden unisono in die Schublade der Gründer sogenannter Sitzgesellschaften gesteckt, auch wenn sie ein reales Geschäft starten wollen, aber eben noch über kein Personal verfügen. Ein Teufelskreis: eine Aufenthaltsbewilligung bedingt einen gültigen Arbeitsvertrag mit dem zu gründenden Unternehmen. Dieses kann aber ohne Wohnsitz in der Schweiz nicht gegründet werden.

Der Thurgau weiss, was Jungunternehmer brauchen

Trendbarometer für Neugründungen ist und bleibt der Kanton Zürich: bevölkerungsreich, wirtschaftsstark und branchendurchmischt. Auf ihn fallen 16,6 Prozent aller Neueinträge. In der Berichtsperiode verzeichnete er 3‘368 Neueinträge (+0,9%).

Hoch im Kurs stand erneut der Thurgau (Neueinträge: +16,3% auf 607). Er bietet nicht nur günstiges Bauland. „Die Behörden gewähren Firmen, die neue Arbeitsplätze schaffen, gute Konditionen“, erläutert Blasucci. Hinzu kommt die Nähe zu Deutschland. Kreuzlingen und Umgebung erleben einen regelrechten Boom. Ähnliches lässt sich für den Kanton St. Gallen beobachten, der ebenso von der Nähe zu Österreich und Osteuropa profitiert. Zwar stagnierte die Zahl der Neueinträge im ersten Semester 2013 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012, gegenüber dem zweiten 2012 erhöhte sie sich aber um 9,5 Prozent. Das Tessin profitierte weiterhin von der für viele Italiener unbefriedigenden politischen Situation in ihrem Land (Neueinträge: +10,6% auf 1612).

Konkurse halten sich in Grenzen

Der Zahl der Neueinträge steht die Zahl der Firmenlöschungen gegenüber. Sie sank im Berichtszeitraum für die ganze Schweiz um 5 Prozent. Gemäss dem Schweizerischen Gläubigerverband Creditreform stiegen die eigentlichen Konkurse, also jene aufgrund einer Überschuldung, um rund 3 Prozent. Das ist nicht dramatisch.

Für das gesamte Jahr rechnet Blasucci weiterhin mit einer flachen Entwicklung der Neueinträge, auch deshalb, weil sich die Nachteile für ausländische Jungunternehmer infolge des Steuerstreits verstärkt auswirken werden.
 
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