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Interview mit den Gründern von Wingtra – Erfinder des hybriden Flugroboters

Wingtra entwickelt hybride Flugroboter, die flexibel wie Helikopter sind, aber gleichzeitig die Reichweite von Flugzeugen haben. Das Start-Up war an der diesjährigen CeBIT in Hannover, wo STARTUPS.CH ein Interview mit den Gründern durchführen konnte.

Wingtra-Usecase-Agriculture

Die vier Gründer Basil Weibel, Elias Kleimann, Maximilian Boosfeld und Sebastian Verling gründeten Ende 2014 das Start-Up Wingtra in einem Labor der ETH Zürich. Nach einer ersten Seedfinanzierung wuchs das Team auf 22 Mitarbeiter an. Im Vergleich zu anderen Drohnen kann der Flugroboter senkrecht starten und landen wie ein Helikopter. Die Technologie eröffnet neue Möglichkeiten in der Agrarwirtschaft und Vermessung.

Lesen Sie im Interview mit STARTUPS.CH, welche Herausforderungen das Jungunternehmen zu meistern hatte.

STARTUPS.CH: Beschreibt Wingtra und was Ihr macht in einem Satz.

Wingtra: Wir sind Wingtra und wir entwickeln hybride Flugroboter, welche die Vorteile von Helikoptern und Flugzeugen kombinieren.

Mit den Robotern wollen wir eine zentrale Dienstleitung anbieten: Das Sammeln von Daten aus der Luft, um Menschen bei Entscheidungsfindungen zu unterstützen. Bisherige Flugroboter können entweder senkrecht starten und landen oder weit fliegen. Professionelle Anwender wollen aber die Kombination und genau das kann unser Wingtra leisten.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Die Idee kam uns während einem Forschungsprojekt an der ETH Zürich. Basil hörte von der Idee, dass man Päckchen bald per Drohne liefern kann. Er störte sich aber an den bisherigen Quadrocoptern, die ihm zu wenig effizient waren. Es fehlte die Eigenschaft schnell und weit vorwärts zu fliegen.

Bei der Entwicklung gingen wir sehr minimalistisch vor. Wir analysierten Flugzeuge und entfernten alles, was nicht unbedingt notwendig war. So entstand ein simples Flugdesign: Ein Flügel, zwei Propeller und zwei Steuerklappen.

Welches sind die grössten Herausforderungen, die ihr als Team angepackt habt?

Eine der grössten Herausforderungen bei einem Start-Up mit vielen jungen Leuten war sicherlich die Prioritätensetzung. Alles was wir machten, haben wir zum ersten Mal gemacht. So war es schwierig, die richtigen Entscheidungen im Dschungel der Möglichkeiten zu treffen.

Wie habt Ihr diese Herausforderung gelöst?

Wir versuchten immer abzuwägen zwischen den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Möglichkeiten. Wir orientierten uns dabei immer wieder an unseren Zielen, die wir klar und verständlich formulierten. Trotzdem haben wir auch viel Zeit in Projekte investiert, die uns nicht weitergebracht haben.

Viele Start-Ups, die zu uns kommen, haben Mühe mit der Marktpositionierung des eigenen Produktes. Gerade der Drohnenmarkt hat starke Eintrittsbarrieren und die rechtliche Situation ist in der Schweiz noch unklar, wie habt ihr euch in dieser Ungewissheit positioniert?

Diese Frage war auch für uns sehr schwierig, weil unser Flugroboter zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten hat. Wir haben uns dann für die Konzentration auf den Bereich Agrarwirtschaft und Vermessung entschieden.

Unser Flugroboter ist nun technologisch so ausgereift, dass er voll einsatzbereit ist. Wir haben von unserem Produzenten erste Modelle bekommen, bei denen wir nur noch die Flugroute eingeben können und der Rest läuft vollständig autonom ab.

Damit starten wir aber auch in die nächste wichtige Phase. Wir analysieren gerade intensiv den Markt und nehmen Kontakt mit potenziellen Kunden auf. Jede Woche treffen wir uns mit anderen Anwendern, laden sie zu Testflügen ein und verarbeiten dann ihr Feedback. Dadurch sammeln wir wichtige Erfahrungen in diesem jungen Markt und können so unser Businessmodell und unser Produkt noch besser ausrichten.

An welche Nutzer richtet sich Euer Flugroboter?

Wir konzentrieren uns ausschliesslich auf professionelle Anwender, aus den Bereichen Agrarwirtschaft und Vermessung. Innerhalb dieser Branchen sprechen wir aber die gesamte Bandbreite vom kleinen Landwirtschaftsbetrieb bis zum Anbieter von satellitengestützten Erntesystemen an.

Wie ist Eure im Position im Markt im Vergleich zur Konkurrenz?

Es gibt viele Anbieter von Drohnen wie z.B. Quadrocopter. Uns ist aber kein anderes Produkt bekannt, welches so simpel wie unseres ist. Es gibt hochkomplexe Flugroboter, die nach dem Senkrechtstart den Propoller um 90° drehen, aber die Produktionskosten und die Wartung ist dabei viel zu teuer. Wir haben also wirklich ein einmaliges Produkt und wir sehen auch die Chancen dahinter, die wir nun verwerten wollen.

Besonders stolz sind wir auf unser minimalistisches Flugdesign und auf unseren ausgeklügelten Autopiloten, der einen autonomen Flug über 60 Kilometer ermöglicht. Man kann gestützt auf GPS Daten die gewünschte Flugroute eingeben und dann den START Knopf drücken. Jetzt hebt unser Wingtra selbständig ab, fliegt die vorgegebene Route und landet danach auf einen Meter genau.

Wie ist Eure rechtliche Struktur?

Wir haben in diesem Sommer die Wingtra AG gegründet. Nebenbei unterstützt uns noch die Stiftung Wyss Zurich.

Wie lief die Finanzierung bei Wingtra ab?

Wir hatten eine sehr erfolgreiche Seedfinanzierung, die uns die Entwicklung der Hard- und Software ermöglichte. Für Ende 2016 planen wir eine grössere Finanzierungsrunde, damit wir die Serienproduktion starten können.

wingtra

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