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Erfahrungsbericht zum FempreneurSummit 2016 in Berlin

Vor wenigen Wochen haben wir 3 Tickets zum 1. FempreneurSummit in Berlin verlost – die Veranstaltung von Gründerinnen für Gründerinnen im Startup-Hotspot von Deutschland. Eine unserer Gewinnerinnen, die 63 jährige Franca Gütte, welche vor kurzer Zeit wieder den Schritt in die Selbständigkeit wagte, berichtet von ihren spannenden Eindrücken auf einem der Startup-Events für Frauen, welche die Selbständigkeit anstreben oder es bereits sind:

 

FempreneurSummit Berlin, Franca Gütte Schweiz

Meine Name ist Franca Gütte, ich bin Schweizerin, 63 Jahre alt und habe eine Fachausbildung als diplomierte PR-Beraterin und Werbeassistentin. Seit über über 30 Jahren arbeite ich in der Kommunikation. Während mehreren Jahren war ich PR-Leiterin in Grossunternehmen, dann wieder phasenweise selbstständig mit einer eigenen PR-Agentur. Seit anfangs 2015 arbeite ich auch als selbstständige Biografin und Ghostwriter. Ich hatte über STARTUPS.CH ein Ticket für den FempreneurSummit 2016 in Berlin gewonnen und dort zwei anregende und inspirierende Tage verbracht.

Meine Motivation war, persönliche Kontakte zu anderen Unternehmerinnen zu knüpfen, da sich die Fähigkeiten oft ergänzen. Ich kann mir zudem vorstellen, dass mit der veränderten Wirtschaftslage auch ältere und stellenlose Arbeitnehmer Ideen entwickeln, wie sie sich mit einem Start-Up eine neue Zukunft aufbauen können. Möglicherweise im Verbund mit anderen oder im Job Sharing.

Aus den spannenden Präsentationen am FempreneuerSummit habe ich Neues erfahren und kam in den Pausen mit interessanten Teilnehmerinnen ins Gespräch. Hier meine Eindrücke und Notizen. Ich wünsche viel Lesespass und Inspiration:

Statements der Teilnehmerinnen am FempreneurSummit2016 in Berlin

„Diese Veranstaltung soll motivieren und die Angst nehmen, sein eigenes Unternehmen zu gründen. Dies gilt vor allem für uns Frauen in einer männerdominierten Wirtschaft. Ich finde es deshalb gut, mich von Profis orientieren zu lassen. Zum Beispiel über die Finanzierungsmöglichkeiten wie Crowdfunding, Kreditanträge oder die Zusammenarbeit mit den sogenannten Accelerator Organisations. Ich konnte mir an der Tagung einen guten Überblick über das Angebot verschaffen und habe einige wertvolle Tipps erhalten.“ (Christiane)

„Ich bin hier, um hinter die Kulissen zu blicken. Es ist für Unternehmerinnen sehr hilfreich und wichtig, von vertrauenswürdigen Profis Informationen zu erhalten, neue Kontakte zu knüpfen und interessante Projekte kennen zu lernen.“ (Ebru)

„Ich nehme von der Tagung mit, wie spezifisch Frauen die Selbstständigkeit angehen. Es hat viel mit Selbstvertrauen und Networking zu tun. Man wird ermuntert, Kontakte zu knüpfen und von anderen Unternehmerinnen zu erfahren, wie sie vorgehen und wo sie Möglichkeiten für ein Networking erhalten. Dadurch kann man da und dort einen Leerlauf vermeiden und direkter sein Ziel ansteuern.“ (Isabelle)

Die Start-Up Szene ist stark männerdominiert. Umso wertvoller sind Organisationen wie STARTUPS.CH, in der auch kompetente Frauen arbeiten. Wir Frauen reden, denken und handeln anders als Männer. Der Austausch und die fachliche Auseinandersetzung unter Frauen ist direkter und persönlicher.“ (Mona)

„Meine App hostelite.com bietet Hostel-Gästen ein spontanes soziales Netzwerk, mit dem die User sehen können, wer zur gleichen Zeit in ihrem Hostel ist. Dies vereinfacht die Kontaktaufnahme. Die Gäste können sich unkompliziert austauschen und zu gemeinsamen Ausflügen oder zum Essen verabreden, auch wenn manche schon in der Stadt unterwegs oder noch in ihren Zimmern sind. Die App ist auch interessant für Hostel-Betreiber. Sie schaffen einen Mehrwert, indem sie ihren Gästen unkompliziert und rasch Tipps geben, Fragen beantworten, und auf lokale Events und interessante Aktivitäten aufmerksam machen.“ (Clara Eckert-Framm)

Zusammenfassung des Referats von Maxi Knust, Gründerin und Inhaberin des digitalen Magazins „Fempreneur“

Meine erste Berufserfahrung gewann ich als Angestellte. Nach rund 1 ½ Jahren begann der Job mich zu langweilen. Da fragte ich mich: „Was will ich?“ Zuerst fand ich eine Menge Gründe, warum ich nicht selbstständig arbeiten wollte. Der Hauptgrund war, dass ich nicht wusste wie. Hier reagierte ich „typisch weiblich“, denn ich wollte alles perfekt planen, einen Businessplan ausarbeiten, Finanzen beschaffen.

Ich war damals auch alleine unterwegs, das heisst mit wenig bis kaum Kontakten zu anderen Jungunternehmerinnen. In Deutschland sind nur etwa 13% der Firmengründer weiblich. Meine Erkenntnis: Wir müssen uns gegenseitig unterstützen und mehr über unsere Stärken und Fähigkeiten herausfinden. Wertvoll ist auch, uns am Vorbild anderer Frauen zu orientieren und von ihnen zulernen.

Die drei wichtigsten Werte sind: Kapital, Netzwerk, Mentoren. Die Vernetzung ist heute einfach geworden, siehe Facebook, wo es eine Fempreneuer-Gruppe gibt. Ich sage immer, mein Laptop ist mein Büro. Ich bin unabhängig vom Standort und kann dort sein, wo sich Geschäftsmöglichkeiten und neue Beziehungen ergeben.

Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg, wenn er zur Persönlichkeit passt.

Vier Beispiele:

• Die berühmte irische Musikerin Enya ist ein sehr introvertierter Mensch und tritt nur selten öffentlich auf. Sie komponiert ihre zahlreichen Lieder Zuhause und überlässt die Vermarktung ihrem Platten-Label. Bisher wurden über 70 Millionen ihrer CDs verkauft.

• Das pure Gegenteil ist Lady Gaga. Die 30-jährige Musikerin, Popsängerin, Songschreiberin und auch Schauspielerin zählt mit ihren 150 Millionen verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Künstlern der Gegenwart. Ihr musikalisches Spektrum ist breit und beinhaltet auch Medleys mit anderen Künstlern, wie beispielsweise dem Jazz-Musiker Tony Bennett.

• Die australische Hausfrau Kim McCosker vermarktete ihr Geschick, mit nur 4 Zutaten eine schmackhafte Mahlzeit zuzubereiten, die Erwachsenen und Kindern gleichermassen schmeckt. Ihr Talent nutzt sie für eine Buchserie, die inzwischen eine Auflage von über 6 Millionen Exemplaren erreicht hat. Ihr Kochbuch spornte die Leserinnen und Leser dazu an, eigene Rezepte vorzustellen, für die es nur 3 Zutaten braucht.

• Das Buch „Veggi Love“. Noch ein Kochbuch? Ja, aber eines, dass sich an eine wachsende Community wendet – die Veganer. Die Autorin brauchte keinen Verleger zu suchen, sondern wurde von einem Verlag angesprochen, weil dieser ihren Blog über grüne Smoothies entdeckt hatte.

Merke: Entrepreneurs können auch gute Ideen nachahmen bzw. weiter entwickeln. Beispielsweise Kathrin Köhler, die mit dem Brand LCHF (Low Carbon, High Fat) oder Michel Montignac, der bereits in den 70er Jahren eine Diätform entwickelte, die heute in der Glyx-Diät oder in der Trenn-Kost aufgenommen wird.
Die Regel heisst nach wie vor: „You can’t buy the market, you have to win the market.“

Ebenfalls ums Thema Ernährung dreht sich die Idee der Firma OU (Original Unverpackt). Dieses Franchise System unterstützt Gleichgesinnte, die einen Einkaufsmarkt einrichten, der unverpackte Ware anbietet. Die Geschäftsführerin Milena Glimbovski ist die Drehscheibe für Kalkulation, Disposition, Werbung und Verkauf. Ein Berliner Supermarkt ohne Verpackungen – und es funktioniert!

Zusammenfassung

Die Teilnehmerinnen des FempreneurSummit erhielten eine simple, aber nachhaltige Empfehlung: Über Geld sprechen! Bei den Verhandlungen und im Verkauf. Frauen tun sich oft schwerer mit dem Thema „offensiv verkaufen“. Und auch bei den Kostenkalkulationen heisst es, objektiv sein. Nebenkosten wie Steuern und Abgaben gehören realistisch ins Budget.

Ebenso gab es hilfreiche Tipps zum Thema Marketing: Die optische Gestaltung von Websites und Print-Veröffentlichungen ist ebenso wichtig wie ein attraktiver Inhalt. Der Hinweis auf die Gratisbilder-Plattform www.pixabay.com wurde von den Zuhörerinnen gerne notiert.

Eine generelle Empfehlung der Macherinnen und Macher lautete: „Be fierce, but flexible“. Heisst im Klartext: Ratschläge anhören und wo sinnvoll auch umsetzen. Empfohlene oder bereits bekannte Fachleute für Bild, Ton und Gestaltung beiziehen.

Persönliches Fazit

Die Tagung enthielt interessante Themen und gut gewählte Beispiele. Die Möglichkeiten zum Gespräch unter den Teilnehmerinnen waren gegeben. Zum Glück schien die Sonne und erlaubte Gespräche im Freien vor dem Tagungsort.

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Ein Kommentar zu “Erfahrungsbericht zum FempreneurSummit 2016 in Berlin

  1. Liebe Franca,

    wir danken dir für diesen wirklich wunderbaren Artikel und deine Teilnahme am Fempreneur Summit. Wir hoffen, wir konnten dich auf deinem Weg inspirieren und wünschen dir alles erdenklich Gute dabei! Auch eine tolle Idee, Selbstständigkeit im Alter, als Alternative zur klassischen Rente, anzugehen. Ich denke, da bist du sicher ein Vorbild!

    Beste Grüße,
    Maxi & Stephan (Fempreneur Summit Team)

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