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Die Organisation des Vereins nach Schweizer Recht

Zur Organisation des Vereins gehören die gesetzlich vorgeschriebenen Organe. Jeder Verein braucht eine Vereinsversammlung und einen Vorstand. Falls die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, muss zusätzlich eine Revisionsstelle gewählt werden.

organisation des vereins nach schweizer recht

Nach der gesetzlichen Regelung muss ein Verein zwei, allenfalls drei Organe aufweisen:

  • die Vereinsversammlung
  • den Vorstand
  • allenfalls eine Revisionsstelle

Diese Organe sind zwingend notwendig. Die Statuten können aber zusätzliche Organe vorsehen (z.B. eine Delegiertenversammlung). Grundsätzlich ist die Organisation des Vereins jedoch sehr frei gestaltbar (Art. 63 ZGB).

Die Vereinsversammlung

Die Vereinsversammlung (oft auch Generalversammlung oder Mitgliederversammlung genannt) ist das oberste Organ des Vereins (Art. 64 Abs. 1 ZGB). Sie wird vom Vorstand einberufen. Falls ein Fünftel der Mitglieder eine Vereinsversammlung verlangt, muss sie ebenfalls vom Vorstand einberufen werden.

Die Vereinsversammlung hat folgende wichtige Kompetenzen:

  • Sie entscheidet über die Aufnahme und den Ausschluss von Mitgliedern.
  • Sie wählt den Vorstand und hat die Befugnis, die übrigen Organe (auch den Vorstand) jederzeit abzuberufen.
  • Sie entscheidet in allen Angelegenheiten, die nicht anderen Organen des Vereins übertragen sind (Kompetenzvermutung in Art. 65 Abs. 1 ZGB).

Um  Missverständnisse zu vermeiden, sollten die Statuten die Aufgabenteilung zwischen Vorstand und Vereinsversammlung klar regeln.

Der Vorstand

Der Vorstand besorgt die Geschäftsführung und die Vertretung des Vereins nach aussen (Art. 69 ZGB). Er ist dabei an die Befugnisse gebunden, die ihm die Statuten einräumen. Der Vorstand kann aus beliebig vielen Mitgliedern bestehen, jedoch braucht es immer mindestens ein Vorstandsmitglied.

Falls nicht geregelt, besteht Einzelvertretungsbefugnis. Dies bedeutet, dass jedes Vorstandsmitglied alle Rechtshandlungen vornehmen darf, die der Zweck des Vereins (vgl. Blogeintrag) mit sich bringen kann.

Die Mitglieder des Vorstands sind persönlich gegenüber Dritten verantwortlich (Art. 55 Abs. 3 ZGB). Das Vorstandsmitglied hat zusätzlich eine Verantwortung gegenüber dem Verein selbst.

Die Revisionsstelle

Eine Revisionsstelle muss gewählt werden, wenn die Voraussetzungen von Art. 69b ZGB erfüllt sind. Werden diese nicht erfüllt, überlässt es das Gesetz den Statuten und der Vereinsversammlung, ob eine Revision eingeführt wird oder nicht. Viele Vereine kennen eine interne Revision, bestehend aus Mitgliedern, welche die Buchführung und die Finanzen des Vereins kontrollieren.

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9 Kommentare zu “Die Organisation des Vereins nach Schweizer Recht

  1. Pingback: Anfechtbarkeit und Nichtigkeit von Vereinsbeschlüssen | STARTUPS.CH - clever gründen

  2. Unser gemeinnütziger Verein möchte auf sehr geringem Pensum einen Geschäftsführer einstellen. Worauf müssen wir achten? Wir sind steuerbefreit und haben einen 5-köpfigen Vorstand, aber das GeFü soll den Verein gegen aussen vertreten und Rechtsgeschäfte tätigen. Danke Euch!

  3. Frage: Eine langjährige Firma geht von Amtes wegen Konkurs. Wenige Jahre später läuft die Unternehmung mit gleichem Namen, Tätigkeit, Tarifen und Adresse ihren Betrieb wieder auf unter dem Status eines Vereines. Ist dies so möglich? Wenn nicht, was ist zu tun? Meldestelle?

    • Guten Tag

      Der Eintrag in das Handelsregister mit einem Namen, der schon einmal eingetragen wurde, ist nicht möglich. Falls der Verein nicht im Handelsregister eingetragen ist, hat er die freie Wahl betreffend Namen.

      Freundliche Grüsse

      Kassra Palenzona

  4. Grüezi
    Muss ein Kassier zwingend Vorstandsmitglied sein? Wir würden gerne die Führung der Finanzen einem Mitglied übergeben. Diese Person möchte aber nicht eine Vorstandsfunktion haben. Natürlich haben auch Vorstandsmitglieder Zugriff auf das Konto via eBanking können es überwachen. Würde mich wundernehmen, ob das geht. Besten Dank im voraus. Freundliche Grüsse, B. Cvetkovic

    • Guten Tag

      Grundsätzlich sind die Vereinsstatuten massgebend. Der Vorstand trägt schlussendlich als Exekutivorgan die Verantwortung für die Finanzen. Der Kassier ist typischerweise Mitglied des Vorstandes.
      Möglich wäre etwa ein Vieraugen-Prinzip, indem der Vorstand schriftlich ab einem bestimmten Betrag und Zahlungszweck die Kollektivunterschrift zu zweien (Kassier und Vorstandsmitglied) bestimmt.
      Wenn die rechtliche Grundlage für die Zahlungen derzeit in den Statuten noch fehlt, müssten Sie eine Statutenänderung über das Finanzreglement von der Mitgliederversammlung absegnen lassen.

      Freundliche Grüsse
      MLaw Beat Schüpbach

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