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Berechnung der Gewinnausschüttung bei der GmbH

Gewinnbeteiligungen (sog. Dividenden) dürfen nur aus dem Bilanzgewinn ausgeschüttet werden.

Zuerst müssen aber die nach Gesetz und Statuten vorgesehenen Reserven aufgefüllt werden, d.h. von einer allfälligen Dividende sind immer zuerst die Zuweisungen an die gesetzlichen und statutarischen Reserven abzuziehen. Das Obligationenrecht verweist für die Berechnung der Reserven ins Aktienrecht (vgl. Art. 801 OR). Diese läuft für die GmbH von Gesetzes wegen im Wesentlichen folgendermassen ab:

1. Vom Jahresgewinn müssen 5 % der allgemeinen Reserve zugewiesen werden, bis diese 20 % des Stammkapitals erreicht.

2. Die allgemeine Reserve darf, sofern sie nicht 50 % des Stammkapitals übersteigt, nur zur Deckung von Verlusten oder für Massnahmen verwendet werden, die geeignet sind, dem Unternehmen bei schlechtem Geschäftsgang zu helfen und/oder der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken.

3. Statutarisch können höhere Reserven vorgesehen werden.

4. Die Dividenden sind im Verhältnis des Nennwerts der Stammanteile festzusetzen. Sind statutarisch Nachschusspflichten gewisser Gesellschafter vorgesehen, so ist deren Betrag für die Bemessung der Dividende dem Nennwert zuzurechnen. Statutarisch kann eine andere Regelung vorgesehen werden.

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8 Kommentare zu “Berechnung der Gewinnausschüttung bei der GmbH

  1. Guten Tag.

    Ich habe eine Frage: In Deutschland gibt es die Vorabauschüttungen, wenn eine GmbH vor Ende des Geschäftsjahres bereits etwas ausschüttet. Gibt es das in der Schweiz auch und hätten Sie einen Tipp, wo ich ein Muster für einen solchen Gesellschafterbeschluss herunterladen kann?

    Vielen herzlichen Dank.

    Martin Meier

    • Guten Tag Herr Meier

      Im Schweizerischen Recht besteht keine Möglichkeit einer Vorabschüttung bei der GmbH.
      Dividenden können demnach erst nach Ende des Geschäftsjahres und nach Zuweisung an die gesetzlichen und statutarischen Reserven ausbezahlt werden.

      Freundliche Grüsse
      Luzia Bachofner

  2. Guten Tag,
    Die Firma hat im Geschäftsjahr 14/15 Verlust von ca. Fr. 80’000.- gemacht. Das Stammkapital ist auch nicht mehr verfügbar. Nun wurde im Jahr 2016 ein Gewinn von Fr. 150’000.- erziel. Kann an den Gesellschafter eine Gewinnausschüttung gemacht werden?
    Vielen Dank für Ihre Info
    Oliver Grütter

    • Guten Tag.
      Für eine Gewinnausschüttung müssen zwei Merkmale vorhanden sein:
      – Es muss ein Gewinn vorhanden sein.
      – die Gesellschafterversammlung muss eine Dividendenausschüttung bestimmen.

      Bitte beachten Sie, dass auf dem Gewinn jeweils auch Gewinnsteuern zu bezahlen sind. Allfällige frühere Verluste können mit einem Gewinn im nächsten Jahr verrechnet werden. Um die steuerlich beste Variante zu wählen empfehlen wir Ihnen, dies mit Ihrem Treuhänder abzuklären. Falls Sie noch keinen Treuhänder haben können Sie sich gerne an unsere Schwestergesellschaft, die Findea AG, wenden.

      Freundliche Grüsse
      Luzia Bachofner

    • Guten Tag

      Hierbei geht es vor allem darum ein Optimum zwischen Lohn und Dividendenausschüttung zu finden. Diesbezüglich verweise ich Sie gerne auf unseren Beitrag zu diesem Thema. Weitere Hilfe zu diesem Thema erhalten Sie gerne von den Steuerberatern der Findea AG.

      Freundliche Grüsse
      Mario Koller

  3. Guten Tag

    „Vom Jahresgewinn müssen 5 % der allgemeinen Reserve zugewiesen werden, bis diese 20 % des Stammkapitals erreicht“

    „Die allgemeine Reserve darf, sofern sie nicht 50 % des Stammkapitals übersteigt, nur zur Deckung von … “

    Man muss ja bei Ausschüttung von Superdividenden 10% des Dividendenbetrags an die Reserven zuweisen, auch wenn 20% des Stammkapitals erreicht sind.

    Gibt es eine maximale Höhe der Reserven einer Firma?

    Angenommen eine GmbH ist mit 20’000 Stammkapital gegründet.
    Nach ein paar Jahren sind 20% des Stammkapitals (also 4’000 Reserve) erreicht.
    Gibt es eine Grenze nach oben, oder muss weiterhin 10% jeder Superdividende den Reserven zugewiesen werden?

    Ich finde die Gesetzgebung hierzu etwas unspezifisch.

    Danke
    A

    • Guten Tag

      Die Bezeichnung Reserve kann äusserst irreführend sein. Besser wäre eine „buchhalterische Ausschüttungssperre“, nämlich das Verbot der „Reserven-Ausschüttung“ an die Gesellschafter, sofern und soweit das Eigenkapital (Stammkapital und Reserven) nicht mehr gedeckt wäre. Bei der Reserve handelt es sich bloss um den Nachweis, wieviel Geld das Unternehmen im Fall der Auflösung den Gesellschaftern schuldet, denn das Konto Reserven ist ein Eigenkapitalkonto (Passivseite). Es bezeichnet diese Schuld, die aufgrund von Vermögen besteht, das durch die vorausgegangenen Geschäftsfälle bereits im Unternehmen steckt, zum Beispiel in der Erhöhung des Geldbestandes aufgrund der Zahlung von Kunden. Es handelt sich nicht um zusätzliches Geld. Wenn Sie die überobligatorischen Reserven kontinuerlich erhöhen, würden Sie auch mehr Kapitalsteuern (des Kantons) bezahlen, was kaum im Interesse der Gesellschafter sein dürfte (vgl. dazu § 79 des Zürcher Steuergesetz, Zusammensetzung des steuerlich relevanten Eigenkapitals).

      Freundliche Grüsse
      MLaw Beat Schüpbach

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