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Arbeitsort im Arbeitsvertrag – was muss man beachten?

Der Arbeitsort wird im Arbeitsvertrag festgelegt. Es können auch mehrere Standorte oder ein Gebiet vereinbart werden. Für eine Änderung des Arbeitsortes muss der Arbeitnehmer grundsätzlich zustimmen. Ohne Zustimmung muss der Arbeitgeber eine Änderungskündigung aussprechen.

arbeitsort im arbeitsvertrag

Vertragliche Regelung des Arbeitsortes

Am Arbeitsort muss die vertraglich vereinbarte Arbeitsleistung erbracht werden. Es können ein einziger oder auch mehrere Arbeitsorte vereinbart werden. Meistens wird ein konkreter Arbeitsort wie bspw. „am Hauptsitz in Winterthur“ vereinbart. Muss der Arbeitnehmer ausserhalb des Arbeitsortes Kunden besuchen oder arbeitet er auf Baustellen, spricht man vom Einsatzort. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil der Weg vom Arbeitsort zum Einsatzort als Arbeitszeit (und nicht als Arbeitsweg gilt).

Muss man beruflich viel reisen, sollte man seine Bereitschaft dazu im Arbeitsvertrag regeln. Auch spezielle Arbeitsorte wie Home Office sollte man vertraglich regeln.

Versetzung

Der Arbeitgeber kann den Arbeitsort auf Dauer verlegen. Das ergibt sich aus dem Weisungsrecht des Arbeitgebers in Art. 321d OR. Eine Verlegung ohne die Zustimmung des Arbeitnehmers ist nur dann zulässig, wenn sie für ihn zumutbar ist. Als Faustregel sagt man dabei, dass ein Arbeitsweg von mehr als zwei Stunden nicht mehr zumutbar sei.

Ist der Arbeitsort fest fixiert im Arbeitsvertrag, kann er nicht so einfach durch Arbeitgeber abgeändert werden. Eine Verlegung ist dann nur bei dringlichen betrieblichen Bedürfnissen möglich. Zusätzlich muss die Verlegung zeitlich beschränkt und zumutbar sein.

Änderungskündigung

Der Arbeitsvertrag kann jederzeit mit Zustimmung beider Parteien aufgelöst oder abgeändert werden. Ein Wechsel des Arbeitsortes mit Zustimmung ist also jederzeit möglich. Fehlt die Zustimmung des Arbeitnehmers, kann der Arbeitgeber eine Änderungskündigung aussprechen. Dabei wird der aktuelle Arbeitsvertrag ordentlich aufgelöst und gleichzeitig wird dem Arbeitnehmer ein neuer Vertrag angeboten.

» Rechtliche Themen» Arbeitsvertrag online erstellen

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8 Kommentare zu “Arbeitsort im Arbeitsvertrag – was muss man beachten?

  1. Guten Tag

    Mich würde in diesem Zusammenhang noch interessieren, was alles unter die Begrifflichkeit „dringliche betriebliche Bedürfnisse“ fällt. Zählt zum Beispiel der Umbau eines Standortes auch dazu. Dieser bewirkt in unserem Fall einen temporären Arbeitsortwechsel von ungefähr 4 Monaten. Wie ist das mit der Dringlichkeit zu verstehen. Man könnte ja theoretisch den Umbau auch später durchführen.

    Besten Dank und freundliche Grüsse
    D.

    • Guten Tag

      Einen Umbau von Büroräumlichkeiten sind grundsätzlich „dringliche betriebliche Bedürfnisse“. Der neue Arbeitsweg muss jedoch für den Arbeitnehmer zumutbar sein und zeitlich beschränkt. Wobei Sie dies mit ca. 4 Monaten haben.

      Freundliche Grüsse
      Nadja Mehmann

  2. Guten Tag,

    Wie sieht es aus, wenn der Arbeitsort nicht explizit im Arbeitsvertrag festgelegt wird. Es handelt sich in meinem fall um ein KMU mit nur einem Gebäude, in dem gearbeitet wird.
    Wird dann automatisch dieser Standort als Arbeitsort angenommen?

    Muss der Arbeitgeber für die Differenz der Reisezit aufkommen, wenn ich normalerweise innerhalb der Firma arbeite, aber plötlizlich in ein Projekt gesteckt werde, für das ich mehrere Monate lang regelmässig zu einem Kunden muss und sich meine Reisezeit dadurch erhöht? Oder könnte es der Arbeitsgeber so auslegen, dass mein Arbeitsort beim Kunden ist (trotz wechselnder Kunden und der Tatsache, dass meist innerhalb der eigenen Firma gearbeitet wird) und ich für den weiteren Weg nicht entschädigt werde?

    Herzlichen Dank und freundliche Grüsse

    T. H.

    • Guten Tag

      Sofern dies – wie Sie schildern – der Fall ist, wird automatisch von diesem Arbeitsort (Gebäude) ausgegangen. Um eine detaillierte Analyse Ihres Anliegen vornehmen zu können, wäre ein Blick in Ihren Arbeitsvertrag unabdingbar. Grundsätzlich hat der Arbeitgeber jedoch den Arbeitnehmer für Spesen aufzukommen, sofern die Arbeit ausserhalb des Arbeitsorts erfüllt wird. Eine Verlegung des Arbeitsorts ohne die Zustimmung des Arbeitnehmers ist nur dann zulässig, wenn sie für ihn zumutbar ist. Als Faustregel sagt man dabei, dass ein Arbeitsweg von mehr als zwei Stunden nicht mehr zumutbar sei.

      Freundliche Grüsse
      Simon Jakob

  3. Guten Tag,

    Der Firmensitz der GmbH (Handwerksbetrieb – Bodenbeläge) ist im Kanton Schwyz.
    95% der Arbeiten werden im Kanton/Stadt Zürich ausgeführt. Auch die Mitarbeiter wohnen im Kanton Zürich. Aus diesem Grunde würden wir gerne die Feiertage des Kanton Zürich geltend machen. Wie kann ich dies im Arbeitsvertrag regeln? Arbeitsort/Einsatzort?

    Freundliche Grüsse
    M. Betten

    • Sehr geehrte Frau Betten

      Die Feiertage richten sich nach dem Arbeitsort des Angestellten gemäss Arbeitsvertrag. In diesem Sinne sollte bei den Mitarbeitern als Arbeitsort Zürich definiert werden.

      Freundliche Grüsse
      Simon Jakob

  4. In meinem Arbeitsvertrag steht die Formulierung: „Arbeitsort ist Zürich bzw. nach Erfordernis der Funktion.“ Was genau bedeutet dies?

    Herzliche Grüsse

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