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Mehrwertsteuerpflicht – Wer muss Mehrwertsteuer (MWST) abrechnen?

aktualisiert am 22. Oktober 2012

Grundsätzlich ist jeder/jede der eine gewerbliche oder berufliche selbständige Tätigkeit ausübt mehrwersteuerpflichtig. Dies gilt für Privatpersonen (z.B. Einzelunternehmen) genauso wie für Gesellschaften (z.B. Kollektivgesellschaft, GmbH, AG.). Der Regelsteuersatz beträgt 8 %, wobei Ausnahmen für tiefere Sätze bestehen.

Mehrwertsteuerpflicht

Ausnahmen von der Mehrwertsteuerpflicht

Von dieser Steuerpflicht gibt es jedoch diverse Ausnahmen. Einerseits ist man erst ab einem gewissen Umsatz resp. einem gewissen Steuerbetrag mehrwertsteuerpflichtig, andererseits sind diverse Tätigkeiten von der MWST ausgenommen.

Wer einen maximalen jährlichen Umsatz von CHF 100’000 im Inland erwirtschaftet, ist grundsätzlich von der MWST-Pflicht befreit. Bis zu gewissen Umsatzgrenzen kann die MWST-pflichtige Person zudem wählen, ob sie die Mehrwertsteuer effektiv oder mittels Saldosteuersätzen, die je nach Branche variieren, abrechnen will. Von der Saldosteuerersatzmethode profitieren insbesondere KMU’s, da sie ihre Produkte/Dienstleistungen mit der üblichen Mehrwertsteuer an den Konsumenten weitergeben werden, dem Staat aber eine tiefere Steuer schulden.

Zusammenfassend: Ab dem Überschreiten der Grenze von CHF 100’000 Jahresumsatz ist die Mehrwertsteuerpflicht in jedem Falle umfassend abzuklären, idealerweise zusammen mit einem erfahrenen Berater.

Ausnahmen und Befreiungen

Abgesehen von diesen Umsatz- und Steuerbetragsgrenzen gibt es eine umfangreiche Liste von Steuerausnahmen und -befreiungen. Beispiele für Ausnahmen sind die Leistungen von Ärzten und die Eintrittspreise in Zoos. Befreit sind u.a. Dienstleistungen von Reisebüros und die Vermietung von Flugzeugen. Ob ein neu gegründetes Unternehmen unter eine Ausnahme oder Befreiung fällt, ist im Einzelfall zu prüfen.

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132 Kommentare zu “Mehrwertsteuerpflicht – Wer muss Mehrwertsteuer (MWST) abrechnen?

  1. Sehr geehrte Damen und Herren

    Ich bin ein Baufachmann und arbeite als Bauführer in einer KMU. Die Arbeitsauslastung ist eher schwach und die Preise sind im Keller.
    In unserer Gegend überspannt ein Landwirt mit seinem Bruder den Bogen. Diese beiden ruinieren die Bauwirtschaft in dem sie zu Tiefstpreisen Bagger- und Baumeisterarbeiten ausführen. Wie ist es möglich, dass diese beiden sich unter ihrem Namen als Lohnunternehmer ausweisen. Sie haben 4 Bagger und vilele weitere Baumaschinen. Den Diesel beziehen sie zu besseren Konditionen über den Landwirtschaftsberieb. Seit Jahren untergraben sie dabei das Baugewerbe. Sie bezahlen keine WwSt obwohl sie pro Jahr minderstens Fr. 200’000.- bis 300’000.- Fr. Umsatz machen.

    Ist das Korrekt?

    Mit besten Grüssen ein
    KMU Bauführer

    • guten Tag
      ich musste mein Ferienhaus infolge Wasserschaden abbrechen und nun habe ich mit einem Kollegen ein neues gebaut,
      Frage: muss ich auch für die gefahrenen Kilometer welcher mein Kollege verrechnet MWST bezahlen?
      Das ganze Haus kommt etwa auf 140’000.–

  2. wir sind ein fussballclub und unterhalten eine clubbeiz. kann mir jemand sagen, ab welchem umsatz wir mwst-pflichtig sind?

  3. Sehr geehrte Damen und Herren
    bin selbständig mit 2 Coiffeuse die nicht 100% arbeiten.
    Da Konkurrenz sehr gross ist leider auch Arbeit zurück
    Wie sieht aus mit MWST.? Ist per Saldo abrechnen vielleicht besser ?

    Mit freundlichen Grüssen

    Donatella Hoti

    • Guten Tag

      Dies besprechen Sie am besten direkt mit einem Treuhänder. Welche Abrechnungsmethode für Sie besser ist, hängt von mehreren Faktoren ab.

      Freundliche Grüsse

      Walter Regli

  4. Sehr geehrte Damen und Herren
    Ich mache neben meiner Anstellung als Sekretärin auch hin und wieder Übersetzungen.
    Die Beträge für diese Übersetzungen sind nicht höher als Fr. 100.00 – Fr. 150.00 / Jahr.
    Muss ich eine MWST beantragen oder kann ich Rechnungen für die Übersetzungen
    ohne MWST ausstellen?
    Besten Dank.
    Freundliche Grüsse
    Suncana Sipek

  5. Wir sind im ersten Jahr von der MwSt. Pflicht befreit. Wenn wir im laufe des Jahres merken, dass wir über 100’000.- Umsatz machen, sind wir verpflichtet, uns anzumelden. Ich nehme an, wir müssen dann die Steuern für bereits erbrachte Dienstleistungen des gesamten Jahres nachzahlen, korrekt?

    • Guten Tag Herr Zweifel

      Wichtig ist, dass Sie nach 3 Monaten eine Hochrechnung vornehmen. Sofern Sie aufgrund dieser Hochrechnung die MWST-Grenze von CHF 100’000.- umsatztechnisch erreichen oder Nahe an die besagte Grenze kommen, empfehlen wir Ihnen sich umgehehend bei der ESTV anzumelden. Sie können sodann wählen, ob Sie rückwirkend die MWST bezahlen oder neu starten möchten.

      Freundliche Grüsse

      Deborah Rosser

        • Guten Tag

          Das ist korrekt. Sportvereine sind erst ab einem Umsatz von CHF 150’000.- MWST-Pflichtig. Dies jedoch nur, sofern sie nicht gewinnstrebig und ehrenamtlich geführt sind. Anderenfalls sind Sie von der MWST-Pflicht vollständig befreit.

          Freundliche Grüsse
          Deborah Rosser

  6. Guten Abend
    Wenn ich neben meiner Hauptberuflichen Tätigkeit Festartikel vermiete.
    Ich habe ausgaben von 600.- im Jahr und Einnahmen von ca. 1000.- muss ich dafür Mwst bezahlen oder kann ich trotzdem wenn ich will eine Nummer beantragen?

    Gruss P,Roth

    • Grüezi Herr Roth

      Eine MWST-Pflicht haben Sie erst ab einem Umsatz von CHF 100’000.- im Jahr. Sie können sich jedoch jederzeit freiwillig der MWST unterstellen und eine MWST-Nummber bei der ESTV beantragen.

      Freundliche Grüsse

      Deborah Rosser

  7. Guten Abend,

    Im Rahmen eines Vereins (im Handelsregister eingetragen + MwSt. Nr. beantragt) wollen die Firmenmitglieder Dienstleistungen vertreiben.

    Der Verein ist ein neutrales Organ welches im Kontakt mit dem Endkunden steht. Der neutrale Expertenrat prüft die Bedürfnisse der Kunden und offeriert die Leistungen seiner Mitglieder oder Dritter wenn kein Vereinsmitglied kompetent oder verfügbar ist.

    Die Rechnung für die Dienstleistung wird über den Verein gestellt (Dienstleistung + Marge = Rechnungsbetrag). Die Vereinsmitglieder oder die Dritten welche die Leistung erbringen sind Subunternehmer des Vereins.

    FRAGE: wie kann verhindert werden, dass der Verein UND der Subuntenehmer MwSt verrechnen?

    Freundliche Grüsse

    Daniel

    • Guten Tag

      Wenn beide Unternehmen MWST-Pflichtig sind, müssen auch beide Unternehmen eine entsprechende MWST verrechnen. Der Subunternehmer kann jedoch dem Verein Rechnung stellen. Falls der Verein über die effektive Mehrwertsteuermethode abrechnet, kann er die bezahlte Vorsteuer des Subunternehmers abziehen. Falls der Verein jedoch die Saldosteuersatzmethode gewählt hat, ist diese bereits im Steuersatz berücksichtigt. Der Verein kann sodann seinerseits an die Endkunden eine entsprechende Rechnung stellen.

      Freundliche Grüsse

      Deborah Rosser

      • Sehr geehrte Frau Rosser,

        Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort die mir im prinzip ausreicht.
        Allerdings wundere ich mich über die beiden Ausdrücke die Sie verwenden: “effektive Abrechnungsmethode” und “Saldosteuersatzmethode”.
        Auf dieser Seite der ESTV http://www.estv.admin.ch/mwst/themen/00156/index.html?lang=de findet man den Ausdruck “Saldosteuersatz” wieder aber nicht “effektive Abrechnungsmethode” oder ähnlich.

        Liegt hier ein Fehler vor oder verstehe ich noch etwas nicht?

        Freundliche Grüsse

        • Sehr geehrter Herr Hadrian

          Der Link verweist nur auf die Saldosteuersätze. Die effektive Abrechnungsmethode wird deshalb nicht erwähnt, weil es sich hier um die “normale” Abrechnungsmethode der ESTV handelt.
          Bei der effektiven Methode können nur die effektiven Vorsteuern geltend gemacht werden. Bei der Saldosteuersatzmethode wird jeweils ein Prozentsatz des Umsatzes (abhängig von der Branche) geltend gemacht.

          Freundliche Grüsse

          Deborah Rosser

  8. Guten Abend,

    da mein Umsatz geringer als 100.000 CHF liegt, bin ich von der Mwstpflicht befreit. Muss ich auf Rechnungen darauf hinweisen, dass ich Kleinunternehmer bin, wenn ich ins Ausland Dienstleistungen anbiete oder reicht Nettorechnung aus?

    Vielen Dank

  9. Ich habe im Jahr 1979 einen Film geerbt, welcher seinerzeit keinen besonderen Wert darstellte. Nun kann ich die Rechte dieses Sportfilms, welcher heute eine Rarität ist, verkaufen, da noch Urheberrecht besteht. Ich bin eine Privatperson.Muss ich für diesen einmaligen Verkauf Mehrwertsteuer bezahlen?

    • In Deutschland wurde eine Arbeitsleistung (Keine Ware nur Arbeitsstunden) getätigt. Wird die Rechnung mit MWST oder ohne verrechnet?
      Wie ist es wenn wir für eine Deutsche Firma in der Schweiz Arbeitsleistungen tätigen. Wird mit oder ohne MWST verrechnet?

      • Guten Tag

        Ob die Dienstleistung mit oder ohne Mehrwertsteuer verrechnet wird hängt vom Ort ab, wo die Dienstleistung erbracht wird. Die Mehrwertsteuer wird nur auf Inlanddienstleistungen erhoben. Als Ort der Dienstleistung gilt der Ort, an dem der Empfänger der Dienstleistung den Sitz hat. Wenn also die Firma, für die Sie tätig sind, ihren Sitz in Deutschland hat, so wird die Rechnung ohne Mehrwertsteuer erstellt. Liegt der Sitz hingegen in der Schweiz, so können Sie zusätzlich Mehrwertsteuer verrechnen. Von diesem Grundsatz kann es Ausnahmen geben wenn es sich beispielsweise um eine Dienstleistung von Reisebüros, Heilbehandlungen, gastgewerblichen Leistungen oder Personenbeförderungsdienstleistungen handelt.

        Freundliche Grüsse
        Luzia Bachofner

  10. Guten Abend
    Ich habe in den letzten Jahren meinen Umsatz im Salon steig gesteigert, durch die vermehrte Kundenanfrage stellte ich eine Person ein und somit wuchs der Umsatz im letzten jahr ueber 100000 . Somit wurde ich nachtraeglich Mehrwertsteuerpflichtig. da ich den Kunden keine Mehrwertsteuer aufgerechnet hatte stellt sich die Frage ob ich diese an die Estv vom 2013 voll bezahlen muss

    • Guten Tag

      Wenn die Umsatzgrenze von CHF 100’000.- erst im letzten Jahr (2013) erreicht wurde, müssen Sie sich per 1. Januar 2014 bei der ESTV anmelden und entsprechend MWST abliefern. Zudem dürfen Sie nicht vergessen, die MWST (grds. 8%) Ihren Kunden zu verrechnen.

      Freundliche Grüsse
      Deborah Rosser

  11. Sehr geehrte Startups.ch

    Ich habe eine Frage bzg. der Mwst. Seit 2 Jahren hab ich eine angemeldetes Einzelunternehmen (via Startups.ch gegründet) und ich bin damit auch zufrieden. Seit Anfang dieses Monates bin ich nun im Wholesale Business im Bereich CD Codes / Spielecodes tätig. Einerseits verkaufe ich die Codes vor allem an andere Grosshändler im Ausland. Meine Hauptkunden sind aus Polen, China und Dubai. Mir ist bewusst das ich bis 100’000 Fr. im Jahr nicht Mwst pflichtig bin und das habe ich bisher auch noch nicht erreicht. Weiter wird ein Teil der gekauften Codes via einem Marktplatz in Polen abgewickelt wo Endkunden / Händler aus aller Welt diese kaufen können. Somit ist meine Frage muss in diesem Fall dann auch Mwst. anmelden muss, da dies ja nicht Inlandgeschäfte sind.
    Oder muss ich hier ggf. Mwst. im Ausland bezahlen? Wäre super wenn ich hier ein wenig Licht ins dunkle erhalten würde. Ich möchte natürlich keinesfalls irgend ein Gesetz verletzen und so müsste ich ggf. das Geschäft aufgeben da es mit Mwst. nicht mehr rentabel wäre.

    Danke im vorraus für die Antwort

    Pascal

    • Guten Tag

      Aus Sicht der Schweiz haben Sie sich nicht bei der MWST anzumelden, wenn die CHF 100’000 Grenze nicht erreicht wird. Wenn die Codes aus der Schweiz verkauft werden, werden Sie nicht steuerpflichtig, da es sich beim Verkauf von Codes um Lieferungen handelt und der Ort der Lieferung da ist, wo die Sendung aufgegeben wird.

      Werden jedoch die Codes in Polen verkauft, so wird die Einzelfirma in Polen steuerpflichtig. Sie hat sich in Polen umsatzsteuerlich zu registrieren und 23 Prozent Umsatzsteuer abzuliefern.
      Dies deshalb, da der Ort der Leistung sich in Polen befindet, die Schweiz als Drittland gilt und bereits ab 1 Cent die Steuerpflicht entsteht.

      Wir empfehlen Ihnen, sich bezüglich genauerer Klärung der Angelegenheit mit einem Treuhänder in Verbindung zu setzen.

      Freundliche Grüsse
      Deborah Rosser

  12. Gute Tag
    Meine Frau arbeitet als Nagel-Desingerin. Nun kann sie sich bei einem Coiffeur Geschäft einmieten.

    Jetzt hat der Besitzer gesagt das, dass doch nicht so eifach sein wird. Er hatte bis jetzt MwSt bezahlt da er über 100´000 Umsatz hatte und will dies künftig nicht mehr in dem er seinen Umsatz unter 100´000 halten will.

    Er meinte das wenn meine Frau jetzt als selbständige (getrente Buchhaltung) in seinem Coiffeur Geschäft arbeite der gesamt Umsatz beider Geschäfte Ausschlag sei um MwSt pflichtig zu sein Da beide Geschäfte unter einem Dach sei.

    Ist das so?

    Mit freundlichen Grüssen
    Patrick Roth

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